Wenn der Titan zockt: Oliver Kahns riskantes Spiel
Der globale Fußballmarkt befindet sich in einer Phase der totalen Disruption. Das traditionelle Modell des "Vereins" stirbt, das Modell des "Konzerns" (Multi-Club Ownership) übernimmt. Mitten in diesem Haifischbecken versucht der ehemalige Welttorhüter Oliver Kahn nach seinem bitteren Aus beim FC Bayern München, sich neu zu erfinden. Sein Ziel: Als Venture Capitalist "sagenhafte Renditen" mit Fußballvereinen erzielen.
Doch aktuelle Recherchen deuten darauf hin, dass Kahn dabei ist, einen entscheidenden Fehler zu begehen. Dieser Artikel wirft einen forensischen Blick auf die Diskrepanz zwischen den professionellen Imperien (Manchester City, Red Bull) und der fragwürdigen Struktur von Kahns Partnern.
1. Der Makro-Trend: Fußball als Industrie
Das Geschäftsmodell "Multi-Club Ownership" (MCO) ist keine Randerscheinung mehr, sondern der neue Goldstandard. Investoren kaufen nicht mehr einen Club, sondern ein ganzes Netzwerk. Warum?
- Risikominimierung: Wenn ein Club absteigt, fängt ein anderer im Portfolio die Verluste auf.
- Kostensynergien: Ein Scouting-Netzwerk für fünf Vereine ist billiger als fünf einzelne Abteilungen.
- Spieler-Arbitrage: Das ist der eigentliche Goldesel. Talente werden billig gekauft, in Partner-Clubs entwickelt und teuer verkauft.
Doch dieser Markt hat eine extrem hohe Eintrittsbarriere: Geduldiges Kapital.
2. Die Profis: Wie man es richtig macht
Um zu verstehen, warum Kahns aktueller Weg so riskant wirkt, muss man sich die Marktführer ansehen.
Die City Football Group (Das Imperium)
Hinter Manchester City steht Scheich Mansour aus Abu Dhabi. Die Gruppe hat seit 2013 fast eine Milliarde Pfund Verlust gemacht. Das war kein Unfall, sondern Strategie. Es dauert Jahrzehnte, bis das "Flywheel" profitabel dreht. Hier wird in Generationen gedacht, nicht in Quartalen.
Red Bull (Die Fabrik)
Red Bull hat den Fußball industrialisiert. Leipzig, Salzburg, Bragantino – alle spielen das gleiche System. Das Ergebnis: Minimiertes Risiko bei Transfers und massive Gewinne durch Verkäufe.
Der entscheidende Punkt: Beide Modelle basieren auf unendlicher Liquidität und institutioneller Professionalität.
3. Der Fall Oliver Kahn: Der Wunsch nach Rehabilitation
Nach seinem Rauswurf beim FC Bayern sucht Oliver Kahn Genugtuung. Er gründete die Oliver Kahn Sports Capital GmbH (OKSC). Sein Pitch: Unterbewertete Vereine kaufen, sanieren und Renditen von über 20 % erzielen.
Die Theorie ist gut. Die Praxis scheiterte erstmals krachend beim Versuch, den französischen Traditionsclub Girondins de Bordeaux zu übernehmen. Kahn zog das Angebot zurück. Warum? Weil ihm das eigene Kapital fehlte, um das finanzielle schwarze Loch des Vereins zu stopfen. Er brauchte Partner.
4. Red Flag Alert: Das Phantom "Gerd Tanner"
Hier wird die Geschichte zum Wirtschaftskrimi. Recherchen von BILD und Finanzdatenbanken haben Kahns potenziellen Finanzpartner durchleuchtet, der unter dem Pseudonym "Gerd Tanner" auftritt. Die Ergebnisse sollten bei jedem Investor die Alarmglocken schrillen lassen.
- Briefkasten-Charme: Die Firma sitzt in der Schweiz, die deutsche Kontaktadresse ist ein Bürogebäude mit über 180 gemeldeten Firmen.
- Hohe Fluktuation: Der Verwaltungsrat wechselt ständig – ein klassisches Warnsignal für Instabilität.
- Bonität: Der Mann, der angeblich Milliarden verwaltet, weist laut Bonitätsauskünften "höchste Risikoklasse" auf.
Fazit: Amateur vs. Profi
Der Kontrast könnte nicht härter sein:
| Merkmal | City Group / Red Bull | Oliver Kahn Sports Capital |
|---|---|---|
| Kapital | Staatsfonds / Weltkonzern | Fragwürdige "Family Offices" |
| Strategie | Jahrzehnte (Asset Building) | Schnelle Rendite (>20%) |
| Risiko | Operativ kalkuliert | Existenziell (Reputation) |
Oliver Kahns Vision vom "Rasen-Monopoly" ist derzeit auf Sand gebaut. Das MCO-Modell funktioniert nur mit "Deep Pockets" (tiefen Taschen). Wer versucht, dieses Spiel mit Startup-Methoden und Partnern ohne Bonität zu spielen, riskiert nicht nur Geld, sondern seinen Ruf.
Das Scheitern des Bordeaux-Deals war vielleicht Kahns größtes Glück. Hätte er unterschrieben und das Geld seines Partners wäre nicht geflossen, hätte der "Titan" persönlich in der Haftung gestanden.
Was denkst du? Ist Oliver Kahn naiv oder einfach nur risikofreudig? Schreib es mir in die Kommentare!